Presse

Laudatio zum Lilly-Ronchetti-Preis 2011

"Die Jury würdigt das ausgezeichnete Projekt „Hinter den Augen“ für dessen Aktualität und gesellschaftliche Relevanz, in dem es die Themen Hochleistungsmedizin und Hirnforschung aufgreift.
Gleichzeitig handelt das Projekt, wie der Jurybericht erläutert, von grossen Menschheitsfragen wie Krankheit, Tod, Erinnerung und (Eigen-)Verantwortung. Was die Jury zudem über die Auseinandersetzung mit Sprache und mit aktuellen gesellschaftspolitischen Themen hinaus überzeugt hat, sind die klaren Vorstellungen zur formalen Gestaltung des Textes, die einen nicht nur poetischen Erkenntnisgewinn über die Literatur versprechen."

Auszug aus der Medienmitteilung des AdS zur Verleihung des Lilly-Ronchetti-Preis 2011

Laudatio zum Walter-Serner-Preis 2010

"Marc Augé nennt [den] Raum des Reisens den 'Archetypus des Nicht-Ortes'. Und in seinem Nachwort des inlandethnologischen Klassikers 'Orte, Nicht-Orte' formuliert er sehr schön die Aufgabe des Schriftstellers von heute: 'Schriftsteller sind heute möglicherweise dazu verdammt, nach der Schönheit der Nicht-Orte zu suchen, wobei sie den scheinbaren Selsbtverständlichkeiten der gegenwart widerstehen müssen.'

Ulrike Ulrich hat sich dieser Aufgabe schon gestellt. Sie ist hinabgestiegen in die Métro und hat aus dem transitorischen Nicht-Ort einen Ort gemacht. Sie zeigt, dass es ein athropologischer Ort, ein von sozialen Beziehungen und gemeinsamen Geschichten geprägter Ort ist.

Ulrike Ulrich besetzt damit den transitorischen Raum. Im Unterwegs, am ortlosen Ort liegt ihre Poetik. In fern bleiben ist es ganz Europa, in der Erzählung Im Hintergrund der schacht der Métro unter der Hauptstadt des 19. Jahrhunderts."

Ausschnitt aus der Laudatio von David Wagner, anlässlich der Verleihung des Walter-Serner-Preis 2010

Laudatio Anerkennungsgabe der Stadt Zürich 2010

"Ulrike Ulrichs Roman "fern bleiben" spielt in vielen Zügen, die kreuz und quer durch Europa fahren, ein "Rail Movie", in dem eine junge Frau vor ihrem Leben flieht, um sich selbst zu finden - oder zu verlieren. Ulrike Ulrich erzählt leicht, verspielt und geistreich, mit grosser Sensibilität für die Sprache zwischen Bedeutung und Musik. Sie schlägt poetische Funken aus der Sprache, wo man sie am wenigsten erwarten würde: Unvergesslich ist die Liebesszene zwischen zwei elektronischen Geräten, die sich via Bluetooth erkennen und verstehen: etwas, das den Menschen in diesem Roman nie gelingt."

 

Laudatio von Christine Lötscher anlässlich der Verleihung des Anerkennungspreises der Stadt Zürich 2010