"... Die dreißig Geschichten zu den dreißig Artikeln sind ein eindringlicher Beleg dafür, wie aktuell die Erklärung der Menschenrechte von 1948 heute noch ist ..."
WDR5 Scala, 08. 12. 2008
"... Die 30 Erzählungen Essays, Pamphlete, Dramen und Gedichte kommen mit wenigen Ausnahmen ohne drohenden Zeigefinger aus. Die Autoren haben nicht den Anspruch die Menschheit zu bessern Sie schreiben keine Predigten und das ist gut so. Vielmehr schärfen sie die Sinne des Lesers durch grössere oder kleinere Verschiebungen konventioneller Wahrnehmung. Ein schönes Geburtstagsgeschenk für die Menschenrechte."
Basler Zeitung, 06.12.2008
"...Herausgekommen ist ein wilder Chor von Bezugnahmen und auch Bezugslosigkeiten zum Thema der Menschenrechte. Während Melinda Nadj Abonji etwa den ersten Artikel der Gleichheit aller Menschen zu einem saftigen Plädoyer gegen die neuen Massenvernichtungswaffen nutzt, holt Birgit Kempker anlässlich des allgemeinen Rechts auf Bildung zu einem rhetorisch brillanten Kahlschlag gegen die letzte Hochschulreform aus. Sabine Wen Ching Wang übersetzt die Frage nach dem Stimmrecht in ein abgelegenes Dorf. Franz Hohler wiederum das Recht auf Gedankenfreiheit in die allegorische Mini-Geschichte von einer Kreide und einem Schwamm."
NZZ, 27. 12. 2008
"...60 Jahre Menschenrechte ist kein schöngeistiges Mitbringsel fürs mentale Amüsement und kein Weihnachtsschmöker. Aber ein Buch mit einer frohen Botschaft, bitteren Beobachtungen und etlichen überraschenden Formen dafür ..."
Tagesanzeiger, 08. 12. 2008
"... Entstanden ist eine Anthologie, die einerseits mit einigen
gutgemeinten Texten das Abmühen an politischer Relevanz deutlich macht,
aber manchmal auch punktgenau trifft, was Menschenrechte hier und heute
sein könnten.
Suzanne Zahnd zum Beispiel schildert eine kleine Szene
mit einer schwarzen Frau in einem Zürcher Tram, die behandelt wird wie
Freiwild, zuerst von einem Fremdenhasser, dann auch noch von der
Polizei. Oder Annette Lory beschreibt die Erlebnisse einer mit einem
Türken verheirateten Schweizerin, der man behördlich nachstellt, um zu
prüfen, ob es sich um eine Scheinehe handelt. Einen starken Text
steuert auch Sabine Wen Ching Wang bei. Sie erzählt von ihrer
Appenzeller Schulkollegin Ruth, die nach Kuh riecht, Lastwagenfahrerin
werden will, Velos flickt und gegen das Frauenstimmrecht ist. Warum?
«Äfach». Das Changieren zwischen juristischer Diskriminierung und
gelebter Emanzipation zwischen Unverständnis und Bewunderung
unterfüttert den Text mit einer anregenden Unentschiedenheit. Die
Ostschweiz ist überhaupt gut vertreten in diesem Band. Viola Rohner
schreibt zum Recht auf Erholung und Freizeit eine Geschichte über drei
Grosstanten, die ihr Leben lang nur gearbeitet haben, oder doch nicht.
Zsuzsanna Gahse reflektiert über das Eigentum an sich selbst, über die
Herabwürdigung der Frau zum «es».
Die internationale Perspektive
holt David Signer ins Buch, indem er von einer Traumatherapie in einem
Flüchtlingszentrum in Bern erzählt. Und Johanna Lier schreibt das
«Tagebuch der Lucia Pillar» aus Buenos Aires als Gedicht, die
ungeschminkten Fakten dazu liefern die Fussnoten. Man schliesst dieses
Buch nicht mit guten Gefühlen. Insofern ist es kein ideales
Weihnachtsgeschenk. Doch nachdem weder 2000 Jahre Christentum noch 60
Jahre Menschenrechte gereicht haben, um allen Menschen zu einem
würdigen Dasein zu verhelfen, bleibt das Nachdenken über konkrete
Humanität dringend nötig."
St. Galler Tagblatt Gesamtausgabe, 16.12.2008
